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The Esprits: „Wir sind eben die grüne Hosenträgergang“

Backstage

Ehrlich, hautnah und noch ein bisschen verschwitzt – so mögen wir unsere Interviewpartner am liebsten. Backstage ist die Sendung für diejenigen, die nie genug von exklusiven Infos aus erster Hand und wilden Geschichten rund um Tourleben, Musikproduktion und Künstlerdasein bekommen können. Wir bitten Künstler aller Couleur zum Gespräch in die Backstage-Räume der Hannoverschen Clubs.

[032] The Esprits: „Wir sind eben die grüne Hosenträgergang“

The Esprits (Foto: Marius Knielang)

Bekannt als die grüne Hosenträgergang sind The Esprits seit mittlerweile vier Jahren unterwegs. The Esprits, das sind Roman, AL, Till und Bunker aus Braunschweig. Nach langer Zeit des Wartens ist Ende Januar nun ihr Debütalbum „Stay a Rebel“ erschienen. Im Interview haben The Esprits aber auch schon etwas über ihr zweites Album verraten.


The Esprits klingt für eine norddeutsche Band ziemlich amerikanisch. Wie seid ihr zu dem Namen gekommen?

Bunker: Das war einfach eine Idee von uns. Es war die erste Sache, die wir als Band hatten. Wir haben in den ersten zwei Monaten nicht zehnmal unseren Namen gewechselt, sondern sind bis heute bei The Esprits geblieben.

Ihr wart viel zusammen unterwegs im Sommer. Seid ihr euch auf den Festivals und Konzerten mit irgendwelchen Ticks auf die Nerven gegangen?

Till: Jeder von uns hat Ticks. Aber so richtig nerven die eigentlich. Weil man selber Ticks hat, freut man sich eher, dass die anderen dich auch aushalten. Wir verstehen uns und deshalb funktioniert unser Zusammenleben auch so gut.

Roman: Es hängt auch viel damit zusammen, dass wir uns schon ewig kennen. Da sind keine großen Zickereien am Start. Man schreit sich einmal kurz an und danach ist es wieder gut. Wenn wir vier Tage am Stück unterwegs waren, um Konzerte zu spielen, sitzen wir komischerweise Sonntag trotzdem wieder zusammen. Wir sind eben die grüne Hosenträgergang.

Warum hat sich die Gang in der Vergangenheit ein paar Mal umformiert?

Roman: Als wir uns gegründet haben, waren wir eine Schülerband. Nach der Schulzeit sind die Interessen dann in unterschiedliche Richtungen gegangen. Im Prinzip sind wir aber immer alle zusammengeblieben. Wenn wir unterwegs sind, ist es immer noch dieselbe Crew wie vor vier Jahren.

Seid ihr auch beim Songwriting eine Gang, die zusammenarbeitet?

Roman: Auf jeden Fall.

AL: Jeder bringt mal eine Idee in den Proberaum mit, an der wir feilen. Meistens wird alles im Plenum gemacht.

Was inspiriert euch?

Roman: Alle und alles. Das können Geschichten direkt von uns oder unseren Kumpels sein, genauso inspirieren uns Dinge, die man nur kurz aufschnappt. Manche Songs vom Album sind wirklich nur kurze Momente gewesen, die wir dann in einen Song gepackt haben. Dann ist die Idee auch am frischesten. Wenn man sich zu viele Gedanken über einen Song macht, ist er so sehr verkopft. Das ist dann nicht mehr cool.

Ihr habt einen Song mit dem Titel „Wonderwoman“. Hattet ihr schon mal Stress wegen ein und derselben Frau?

Roman: Wir können teilen. (lacht) Nein, eigentlich hatten wir noch nie Probleme wegen ein und derselben Frau.
AL: Also soweit wir uns erinnern können …

Wie bekommt ihr The Esprits und Privatleben unter einen Hut?

Roman: Es ist schon schwierig. Gerade wenn Klausurenphase ist oder es an einer anderen Stelle bröckelt. Aber für uns hat die Band oberste Priorität. Da muss man eben woanders Abstriche machen.

Gab es auch schon Leute in eurem Umfeld, die damit gar nicht klargekommen sind?

AL: Da gibt es immer mal wieder jemanden.

Roman: Leute, die nicht verstehen, dass man weniger Zeit hat. Das kann ich dann nicht ändern. Wenn Sachen gemacht werden müssen, dann müssen sie eben gemacht werden. Das ist aber für jemanden, der normal studiert, auch nicht anders. Wenn Studenten in der Klausurenphase sind, dann können sie sich auch nicht jeden Tag mit irgendjemandem treffen. Und wir haben eben die Band.

Ihr spielt demnächst in Berlin. Was erwartet ihr von der dortigen Szene?

Till: Die Berliner Szene kennen wir schon ein bisschen. Wir spielen jetzt zum dritten Mal dort. Wir sind gespannt, wie es diesmal wird.

Roman: Berlin war schon echt cool bis jetzt. Einmal haben wir richtig auf die Fresse gekriegt, weil das Berliner Publikum schwierig ist. Also nicht, dass uns die Leute ausgebuht haben, aber es war nicht so gut, wie es hätte sein können. Es war nicht der Abriss, den wir erwartet hatten. Wenn wir auf die Bühne gehen, dann wollen wir, dass die Leute hinterher noch genauso wenig können wie wir. Und das war die anderen zwei Male in Berlin der Fall.

The Esprits

Wie sieht eure Zukunft aus. Wo wollt ihr als Band noch hin?

Roman: Im Januar ist unser neues Album, an dem wir lange gearbeitet haben, erschienen. Wir mussten den Termin oft nach hinten schieben und sind froh, dass es jetzt durch ist. Dann hoffe ich, dass wir 2016 wieder schöne Konzerte spielen und einen guten Festival-Sommer haben. Vielleicht wird 2016 sogar noch besser als letztes Jahr.

Ist durch das erste Album das Eis gebrochen, und erscheint eure zweite Platte deshalb schneller?

Roman: Wir schreiben schon am zweiten Album. Wir haben viele Songs erarbeitet, und ich denke, dass es nicht so lange dauern wird wie beim ersten Album. Wir haben ein gutes Team und super Partner.

AL: Außerdem wird der Arbeitsfluss geregelter sein, weil man sich jetzt kennt.

Roman: Erst müssen wir aber schauen, wie das erste Album ankommt. Jetzt sind wir endlich nicht mehr die Jungs ohne Album, die trotzdem überall spielen. Wir sind die Band mit Album und hoffen, dass wir trotzdem noch genauso viel spielen.


Cover: Dad Rocks! von nuncafe (CC BY-NC 2.0)

Diese Episode wurde veröffentlicht unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland (CC BY 3.0 DE).


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