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LOT: „Auf die Texte komme ich in der Regel durchs Jammen.“

Backstage

Ehrlich, hautnah und noch ein bisschen verschwitzt – so mögen wir unsere Interviewpartner am liebsten. Backstage ist die Sendung für diejenigen, die nie genug von exklusiven Infos aus erster Hand und wilden Geschichten rund um Tourleben, Musikproduktion und Künstlerdasein bekommen können. Wir bitten Künstler aller Couleur zum Gespräch in die Backstage-Räume der Hannoverschen Clubs.

[016] LOT: „Auf die Texte komme ich in der Regel durchs Jammen.“

Foto: Delia Baum

Unser neues Interviewformat via WhatsApp-Sprachnachrichten geht in die zweite Runde: Nach einem erfolgreichen Auftakt mit der Band Vierkanttretlager hat Redakteurin Kathrin diesmal den selbsternannten Urban-Pop-Künstler LOT vors Handymikro gezerrt. Im Interview plaudert er aus dem Nähkästchen über Heimatgefühle, seine frühen musikalischen Anfänge am Klavier und über das Lesen als verlorene Leidenschaft.

  • LOT

    Hi

  • LOT

    Hier ist Lot.

  • Kathrin (Ernst.FM)

    Hi :) Hier ist Kathrin von Ernst.FM. Passt es dir denn jetzt? Dann würde ich gleich einfach anfangen.

  • LOT

    Klar, ich bin nur ewig langsam am Handy.

  • Kathrin (Ernst.FM)

    Alles klar! Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst!

  • LOT

    Cool

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Dann fangen wir doch einfach mal an. Mein Name ist Kathrin, ich komme von Ernst.FM. Ich bin ein bisschen erkältet, ich hoffe das stört nicht zu sehr und du verstehst meine Fragen trotzdem. Und deswegen fangen wir jetzt einfach mal an mit der ersten Frage: Mich würde mal interessieren, wie du überhaupt zu dem Namen LOT gekommen bist und was sich hinter dem Namen versteckt. Ich hoffe, ich habe den jetzt auch richtig ausgesprochen.

  • LOT

    Haha

  • LOT

    Das ist witzig

  • LOT

    Sorry

  • LOT

    Handy ist neu

  • LOT

    Ich bin ein Technikidiot

  • LOT Play
    00:00

    Okay, Test 1-2-3. Da bin ich ja mal gespannt, ob das funktioniert. LOT ist ein Spitzname. Irgendwann habe ich gedacht, dass es eine gute Idee ist, das zum Bandnamen zu machen. Und es wird ausgesprochen wie das Werkzeug, wie das Lot.

  • Kathrin (Ernst.FM)

    Perfekt, das wird doch!

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Das funktioniert doch wunderbar. Dann kommt schon meine nächste Frage: Was macht LOT aus? Was macht dich besonders? Was hebt dich von anderen Künstlern ab?

  • LOT

    Schwierige Frage

  • LOT Play
    00:00

    Ich glaube, es sind die Themen. Ich sag immer, LOT ist urbaner Pop. Das heißt, es geht um Geschichten aus dem Stadtleben.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Das ist schon mal die perfekte Überleitung zu meiner nächsten Frage: Ich wollte dich nämlich fragen, was Urban Pop für dich ist, weil du ja selber dein Genre, deinen Stil, als Urban Pop bezeichnest. Wie bist du überhaupt auf diesen Begriff gekommen? Ist das nur ein Zusammenspiel aus verschiedenen anderen Stilen oder ordnest du dich in einer vollkommen neuen Kategorie ein?

  • LOT Play
    00:00

    Ich glaube, Urban Pop gab es schon vorher. Ich habe das nicht erfunden. Mit Urban Pop wird immer Musik beschrieben, die eben einfach urban ist – was in der Stadt stattfindet oder in der Stadt geschrieben wird. In Berlin oder Hamburg gibt es das viel. Mir hat irgendwann mal jemand gesagt, dass das doch Urban Pop ist, was ich da mache. Und da dachte ich, dass das passt, das kann man auf jeden Fall sagen – und seitdem nenne ich das so.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Dann geht es auch schon weiter, ein bisschen zurück in die Vergangenheit. Du bist schon relativ früh zur Musik gekommen. Ich habe gelesen, dass du schon mit 6 das erste Mal Klavier gespielt hast und dass dann mit 14 dein Bruder eine Gitarre geschenkt bekommen hat, auf der dann du angefangen hast zu spielen. Wie erklärst du dir, dass du schon so früh Musik gemacht hast? Was hat dich damals an der Musik gereizt?

  • LOT Play
    00:00

    Am Anfang war das vor allem so ein Ding von meinem Vater. Der hat uns Kinder alle zur Musik getrieben, ans Klavier quasi geprügelt – nicht geprügelt, aber er war da schon ganz schön hinterher. Und erst so mit 14, 15 habe ich angefangen, mich selber dafür zu interessieren. Mein Bruder hatte damals eine Band, da wollte ich unbedingt mitmachen. Dann habe ich mich ans Klavier gesetzt. Und aus diesem Interesse, aus diesem Spaß wurde dann irgendwann die Idee, dass ich davon leben kann, dass ich mehr daraus machen kann als nur ein bisschen Spaß. Damit kann man Geld verdienen und damit kann man sich sein Leben gestalten. Das fand ich schön.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Dann machen wir jetzt einen kleinen Zeitsprung: Ich habe gelesen, dass du neben deinem Studium zwei Chöre geleitet, Klavierunterricht gegeben und in bis zu 16 Bands gleichzeitig gespielt hast. Wie war das möglich? Ich kenne hier Leute, die schon mit einer Band überfordert sind. Wie hast du diese Zeit wahrgenommen und welche Erfahrungen hast du dabei gesammelt?

  • LOT Play
    00:00

    Das hat unfassbar viel Spaß gemacht, es war abwechslungsreich! Es war zwar immer was los, es war immer mega anstrengend, aber das war auch schön. Das war toll und es hat einfach Spaß gemacht, an unfassbar vielen Aktionen beteiligt zu sein, ständig Leute zu treffen, unterwegs zu sein, zu spielen und dafür auch noch Geld zu bekommen. Das hat einfach Spaß gemacht. Das war toll. Irgendwann war es dann zu viel und zu anstrengend und ich habe mir die Frage gestellt, ob ich das mein Leben lang machen möchte – und hab mich dagegen entschieden. Und mich dafür entschieden, es mal mit eigener Mucke zu versuchen.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Wie kam es denn zu dem Punkt, dass du dann 2013 einfach gesagt hast, dass jetzt Schluss damit ist und du dich selbstständig machst? Lag das vielleicht auch daran, dass du dich ausprobieren wolltest und deine eigene Musik machen wolltest, nicht mit anderen zusammen? Wie leicht oder wie schwer ist dir am Ende zurückblickend diese Entscheidung gefallen?

  • LOT Play
    00:00

    So richtig schwierig war das gar nicht. Es lag auch an der Musik. Ich habe Lieder für eine neue Platte geschrieben und gemerkt, dass diese Lieder komplett anders sind als alles, was ich vorher gemacht hatte. Das habe ich Leuten gezeigt und die haben gesagt, ich müsse was Neues machen. Und da habe ich mir gedacht: Ja, wahrscheinlich! Und das habe ich gemacht. Es war eher die Musik dran schuld, als dass das eine bewusste Entscheidung war.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Wenn du also aus heutiger Sicht zurückschaust, ist es dann immer noch eine gute Entscheidung oder findest du auch ein paar Punkte, die anders hätten laufen können oder die du aus heutiger Sicht anders entschieden hättest? Oder bist du vollkommen zufrieden?

  • LOT Play
    00:00

    Nö. Ich glaube, ich bin damit eigentlich ziemlich einverstanden. Ich habe damit gar kein Problem. Ich finde, alles hat sich ganz gut entwickelt und alle haben sich lieb. Alles hat sich irgendwie in eine gute Richtung entwickelt. Ich bin damit zufrieden!

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Ich habe gesehen, dass du auch literarisch ziemlich gut unterwegs warst, dass du viel Zeit in Büchereien verbracht, Bücher durchstöbert und viel gelesen hast. Wie kam es dann schließlich zu der Entscheidung gegen die Literatur und für die Musik? Oder gehört das eigentlich eh zusammen? Hilft das bei der Suche nach neuen Texten?

  • LOT Play
    00:00

    Das Schlimme ist, ich bin was Bücher angeht der totale Klugscheißer. Aber als ich dann angefangen habe, mich intensiver mit Musik zu beschäftigen, habe ich das Lesen zurückgeschraubt. Ich lese zwar jetzt immer noch ganz gerne, aber ich kann mich erinnern, dass ich vor ein paar Jahren fast alle meine Bücher, so 80 bis 90 Prozent, weggehauen habe. Einfach, weil sie nur noch im Regal herumstanden und nicht mehr so wichtig waren, weil ich den ganzen Tag mit Musikmachen beschäftigt war. Das eine hat das andere abgelöst. Ich lese heute wenig, viel viel weniger als früher, höre dafür aber umso mehr Musik, eigentlich 24 Stunden. Und das ist nichts, was ich mir vornehme, sondern das passiert einfach.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Vermisst du es manchmal, dir ein paar Stunden Zeit zu nehmen, um ein gutes Buch von vorne bis hinten durchzulesen? Oder ist es ganz gut so, wenn du eh sagst, dass das eine das andere einfach so abgelöst hat? Hättest du gerne wieder mehr Zeit für Bücher?

  • LOT Play
    00:00

    Ich glaube, es sind nicht nur die Bücher. Es ist auch so ziemlich alles andere, was ein Stückweit verloren geht, wenn man sich mit einer anderen Sache intensiver beschäftigt. Ich komme zum Glück ab und zu zum Lesen, weil ich viel herumfahre und viel im Auto sitze. Ich habe immer ein, zwei Bücher dabei. Aber ich lese inzwischen viel weniger Belletristik als vielmehr Bücher über Geschichte, weil mich das einfach interessiert. Und ansonsten reduzieren sich die sonstigen Hobbies, alles drumherum, schon ganz schön. Das ist aber okay. Man hat halt viel zu tun, aber das ist ja auch schön an der Sache. Es macht ja Spaß!

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Dann kommen wir mal zu einer ganz anderen, wahrscheinlich etwas schwierigeren Frage: Du bist türkisch-deutscher Abstammung, wurdest in Berlin geboren, hast in Thüringen und Leipzig gelebt und bist immer gut unterwegs mit deiner Musik. Hast du überhaupt ein Zuhause, irgendeine Stadt in Deutschland? Oder wie nimmst du das wahr?

  • LOT Play
    00:00

    Das ist eine ganz, ganz, ganz einfache Frage für mich, denn mein Zuhause ist Leipzig. Ich sitze hier auch gerade in meinem Zimmer, das wahnsinnig unaufgeräumt ist und mir deswegen auch wahnsinnig sympathisch rüberkommt. Die Gelegenheit, hier Zeit zu verbringen, ist toll. Leipzig ist mein Zuhause! Ich bin vor vier Jahren nach dem Zivildienst hierher gekommen, um irgend etwas zu studieren. Ich habe mich nicht mal richtig informiert, was man dafür tun muss, habe es einfach getan. Und es war toll! Die letzten Jahre hier in Leipzig waren wunderbar. Ich bin unfassbar gerne hier, habe hier alle meine Freunde und die Musiker, die ich brauche, die Umgebung, die mir gut tut. Jedes Mal, wenn ich nach Leipzig rein fahre, kriege ich gute Laune. Das ist eine sehr einfache Frage für mich: Leipzig!

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Das war dann also doch leichter als gedacht. Jetzt im Mai bist du wieder vor allem im Süden unterwegs: Erlangen, Darmstadt, Reutlingen, Stuttgart. Liegt das vor allem an deinem süddeutschen Label Chimperator? Und wie ist es, dann wieder längere Zeit weg von Leipzig, weg von deinem Zuhause zu sein?

  • LOT Play
    00:00

    Unterwegs sein macht doch Spaß, weil man ständig Leute trifft, wenn wir mit der Band unterwegs sind. Das finde ich gut. Das macht der Band Spaß, das macht mir Spaß. Wir spielen Konzerte. Darum geht es ja auch eigentlich, einfach die Möglichkeit zu haben, vor Leuten zu spielen. Deswegen nimmt man ja auch diesen ganzen Wahnsinn auf sich. Das ist schon okay, das mache ich gerne, das macht Spaß.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Wie du vielleicht weißt, kommen wir ja von Ernst.FM, dem Campusradio in Hannover. Welche Verbindung hast du denn zu Hannover? Hast du hier schon einmal gespielt oder kommst du auf deiner Tour hier vorbei? Was verbindest du mit Hannover?

  • LOT Play
    00:00

    Spontan? In Hannover habe ich schon ein paar Mal gespielt, immer mit anderen Bands. Ich kenne die Stadt. Ich bin schon in jeder größeren Stadt in Deutschland ein paar Mal gewesen. Ich fand Hannover immer sehr schön, es hat ein bisschen was von Leipzig. Und deswegen mochte ich es bisher auch immer ganz gut leiden. Ich habe dort mit Teesy im Februar gespielt. Wir waren ja im Februar und März unfassbar viel auf Tour und ich glaube mich zu erinnern, dass wir mindestens einmal in Hannover gewesen sein müssen. Und ich war auch schon ein paar Mal da und mag die Stadt, es ist eigentlich ganz nett.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Letzte Woche hatten wir die Orsons zum Interview da und im November Heisskalt – die Chimperator-Crew also, die wir jetzt mit dir fortführen. Wie fühlt es sich denn an, bei Chimperator unter Vertrag zu stehen und Teil dieser Chimperator-Gemeinschaft zu sein?

  • LOT Play
    00:00

    Das ist eine sehr interessante Zeit. Die Bands sind alle super nette Leute. Ich habe Teesy und Larry kennengelernt. Die Orsons kenne ich. Heisskalt auch, die habe ich sogar zuerst kennengelernt. Die kannte ich über Umwege zufälligerweise schon vorher. Ich wusste gar nicht, dass die auch bei Chimperator sind. Es ist eine sehr kleine Firma, aber alle kennen sich gut. Man ist mit jedem in Kontakt. Es gibt nicht diesen großen Label-Boss, wie das bei Major-Labels so ist. Es ist alles viel familiärer, sehr angenehm. Das macht sehr viel Spaß.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Das hört sich sehr gut an. Wie viel habt ihr Künstler denn miteinander zu tun? Seht ihr euch oft, hängt ihr auch zusammen ab? Macht ihr Konzerte zusammen? Oder ist das eher so, dass ihr zwar beim selben Label unter Vertrag steht und euch kennt, aber das war’s dann auch schon?

  • LOT Play
    00:00

    Es gibt zum einen drei, vier Veranstaltungen im Jahr, wo wir wirklich miteinander spielen. Dann supportet der eine den anderen oder der andere supportet den einen. Man unterstützt sich gegenseitig. Man macht zusammen Musik, manchmal auch inoffiziell. Es gibt auf jjeden Fall einen Haufen an Verbindungen innerhalb der ganzen Bands und dieser ganzen Klitsche. Man unterstützt sich gegenseitig, hilft sich auch privat. Es hat sich relativ schnell entwickelt, dass man sich gut anfreundet, dass man miteinander rumhängt, dass man sich gegenseitig berät oder einander hilft. Das ist sehr schön, sehr angenehm. Es ist irgendwie alles sehr natürlich. Und dann gibt es halt auch so Aktionen, dass man sich gegenseitig mal covert oder so. Alles, was irgendwie möglich ist, macht man mal miteinander – und das macht Spaß. Das sind nette Leute. Es ist alles in allem sehr ungezwungen, das mag ich.

  • LOT

    Echt witzig

  • LOT

    Macht ihr das oft?

  • Kathrin (Ernst.FM)

    Haha ja! Das ist das zweite Mal insgesamt, aber für mich auch Premiere ;)

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Sehr schön, wenn man sich so wohl fühlen kann! Aber mal etwas anderes: Welche Vorbilder hast du denn? Und mit wem würdest du gerne mal verglichen werden, wenn überhaupt?

  • LOT Play
    00:00

    Ich habe mit diesen ganzen Vergleichen überhaupt kein Problem. Es klingt ja immer so negativ, wenn man vom Schubladen-Denken spricht, aber ich finde das gar nicht schlimm. Das macht man ja nur, damit die Leute sich was darunter vorstellen können. Ich persönlich werde jetzt aber keine Vergleiche in den Ring werfen, den meisten Leuten fällt ja eh immer selbst etwas ein. Mein großes Manko ist allerdings immer wieder die Unfähigkeit, Melodien von anderen Leuten nachzuspielen. Ich kann das einfach nicht… Darum war ich auch in Cover-Bands immer der schlechteste. Mir fällt das unfassbar schwer, was auch mit ein Grund dafür ist, warum ich immer in erster Linie eigene Musik gemacht habe.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Vielleicht kann man das ja auch als großen Vorteil sehen, dass du deine eigene Musik machen musst. Hast du denn sonst irgendwelche Vorbilder, die dich inspirieren, die du selber gerne hörst? Auch wenn du ihre Musik nicht zu 100% covern kannst.

  • LOT Play
    00:00

    Ne, eigentlich nicht. Musik ist für mich so ein weites Feld. Es gibt zwar hier und da immer Bands und Musiker, die ich gerne höre. Aber es ist nicht so, dass ich eine Top Ten oder eine Top Fifty habe. Ich habe unfassbar viel Musik, aber da ist auch echt alles dabei, wirklich alles. Vielleicht mit Ausnahme von Metal. Aber ansonsten höre ich eigentlich alles und auch alles gleich gerne.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Wir haben nun gehört, dass sich die Musik wie ein roter Faden durch dein Leben zieht. Woher nimmst du denn deine Inspiration, Musik zu machen und auch weiterzumachen?

  • LOT Play
    00:00

    Das sind echt ganz schön schwere Fragen, die du mir da stellst. Ich glaube, Musik ist das einzige, was mich so sehr interessiert, dass ich es immer noch durchziehe. Es gibt schon andere Sachen, die ich mal angefangen habe: Programmieren hat mich interessiert, ich war total auf Bücher, ich spiele gerne Tischtennis. Das mache ich zwar alles immer noch, aber auch nur noch so halb. Ich hatte immer irgend etwas, für das ich mich interessiert habe, aber was es immer gab, war das Musikmachen. Mittlerweile ist das an einem Punkt angekommen, an dem es ohne gar nicht mehr geht. Mein ganzes Leben ist darauf ausgerichtet, meine Tagesgestaltung, alles was ich tue. Fast immer wenn ich nachdenke, geht es um die Musik. Das ist irgendwie mein Thema.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Du schreibst deine Songs ja selbst. Woher kommt denn die Inspiration für deine Texte? Hast du irgendeine Muse oder einen Trick, der dir zur Inspiration verhilft?

  • LOT Play
    00:00

    Auf die Texte komme ich in der Regel durchs Jammen. Einfach machen und gucken, was passiert. Wenn du eine Weile herumprobierst, tut sich irgend etwas. Manchmal muss man nichts dafür tun, plötzlich ist ein tolles Lied da. Und manchmal muss man tagelang an einem blöden Textteil arbeiten. Das ist mal so, mal so. Und meistens sind es Geschichten, die man erlebt, die man im Hinterkopf hat und dann einfach raushaut.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Wenn du von wirklichen Geschehnissen und Erlebnissen erzählst, hast du dann vielleicht auch mal Angst, zu viel preiszugeben? Oder interessiert dich das gar nicht und du haust einfach nur raus, was eben gerade so passiert?

  • LOT Play
    00:00

    Also das fließt einfach so ein, durch Zufall meistens. Ich mach mir darüber gar nicht so viele Gedanken. Natürlich gibt es so Ereignisse, wie zum Beispiel bei dem Lied „Du führst Krieg“, das war eins zu eins eine Wiedergabe der Situation. Auch das, was da gesagt wurde. Ich habe an diesen Liedtexten wenig verändert. Klar, man hat mal ein Wort weggenommen oder dazugelegt. Aber im Grunde genommen sind das alles Ereignisse, die sich punktuell in einem solchen Text versammeln. Manchmal macht es das ganze Lied aus und manchmal ist es nur ein Bruchteil davon.

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Wir sind nun schon fast am Ende des Interviews angelangt. Eine letzte Frage habe ich aber noch: Wir haben dieses Interview komplett über WhatsApp-Sprachnachrichten geführt. Es war auch für mich eine Premiere, keine reale Person, sondern nur ein Handymikrofon vor mir zu haben. Wie hast du das denn wahrgenommen und welches Feedback kannst du uns zu diesem Aufbau mitgeben?

  • LOT Play
    00:00

    Mir ist es erstmal schwer gefallen, mich daran zu gewöhnen. Ich war zunächst überrascht. Es ist sehr komisch, weil man den Menschen, der da spricht, immer nur zeitversetzt ein paar Sekunden mitbekommt und man nicht so direkt auf die Reaktion des anderen reagieren kann. Man merkt auch irgendwie, dass man sich selber sammelt, bei dem was man sagt. Man sitzt in seinem Zimmer und spricht einfach nur in dieses Mikrofon rein. Das ist schon ein bisschen absurd. Das macht einen dann auch neugierig, mit wem man da eigentlich spricht. Was ist das für eine Situation? Auf jeden Fall sehr ungewöhnlich, sehr interessant. Ich glaube aber, wenn man das schon macht, sollte man vielleicht für die Zukunft dahin gehen, alle Möglichkeiten zu nutzen, die man mit WhatsApp hat. Also mal ein Bild oder ein Video davon schicken, was man gerade macht. Denn lustigerweise habe ich gerade während dieses Interviews nebenbei ein Lied geschrieben. Das ist mir echt noch nie in meinem ganzen Leben passiert, dass ich mich mit jemanden unterhalten habe und zwischendurch Ruhe hatte. Das war sehr witzig. Ich hoffe, meine Antworten haben nicht immer zu lange gedauert. Ich mache das ja auch zum ersten Mal. Aber vielen Dank dafür, es hat mir sehr viel Spaß gemacht!

  • Kathrin (Ernst.FM) Play
    00:00

    Dann hat es sich ja auf jeden Fall schon einmal gelohnt. Wir sind gespannt auf den Song, den du gerade eben geschrieben hast. Ich bedanke mich auch bei dir, mir hat es ebenfalls ziemlich viel Spaß gemacht und ich fand es ziemlich lustig. Dir noch weiterhin viel Erfolg und vielleicht sieht man sich mal irgendwann im realen Leben in Hannover.

  • LOT

    Gerne

  • Kathrin (Ernst.FM)

    Danke nochmal und einen schönen Dienstagabend ;)

  • LOT

    Machs gut :)


Cover: Dad Rocks! von nuncafe (CC BY-NC 2.0)

Diese Episode wurde veröffentlicht unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland (CC BY 3.0 DE).


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