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Culcha Candela: “Livemusik ist wie Versöhnungssex.“

Backstage

Ehrlich, hautnah und noch ein bisschen verschwitzt – so mögen wir unsere Interviewpartner am liebsten. Backstage ist die Sendung für diejenigen, die nie genug von exklusiven Infos aus erster Hand und wilden Geschichten rund um Tourleben, Musikproduktion und Künstlerdasein bekommen können. Wir bitten Künstler aller Couleur zum Gespräch in die Backstage-Räume der Hannoverschen Clubs.

[076] Culcha Candela: “Livemusik ist wie Versöhnungssex.“

Sie stehen für Gute-Laune-Musik und tanzbare Beats – und sind dazu auch eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Bands: Culcha Candela. Anfang März haben wir Mateo, Chino, Omar und Johnny vor ihrem Konzert im Capitol getroffen und dabei nicht nur erfahren, was ihre Musik ausmacht, sondern auch, warum das Capitol eine neue Leuchtreklame braucht.


Der Tourbus ist wie ein fahrendes Hotelzimmer – schnarchende Nachbarn inklusive.

Während ihrer Tour sind die vier Jungs von Culcha Candela wochenlang unterwegs, da stellt sich die Frage, wie gut es sich in dem Tourbus zusammen aushalten lässt und ob sich die Vier immer gut verstehen. Obwohl der Bus an ein fahrendes Hotelzimmer erinnert und so lästiges Zugfahren, Umsteigen oder Fliegen umgangen werden kann, bleibt es nicht aus, dass man den Kollegen im Bett nebenan nachts schon einmal beim Schnarchen hört – und beim Wecken die Bandkollegen einen mit der Handykamera filmen. So zeigen uns die Jungs direkt eine Audiodatei, die Chinos schnarchen (ja, damit kann schon so mancher Baum zu umfallen gebracht werden) dokumentiert.

Das ist ja fast schon Kultur, die man geschaffen hat.

Ihrem Erfolgssong „Hamma“ haben die Jungs viel zu verdanken und sie freuen sich, ihn zu spielen – elf Jahre lang war das Lied der erfolgreichste deutschsprachige Nummer-1-Hit – abgelöst wurde er erst 2018 von Bausa mit „Was du Liebe nennst“. Mit diesem Erfolg gerechnet hätte die Band damals aber nie – so sind sie heute umso stolzer, mit dem Song so erfolgreich gewesen zu sein, auch wenn natürlich ein weinendes Auge zurückblickt und es schade ist, dass die Ära jetzt vorbei ist.

 

Die Wandelbarkeit im Sound ist bei uns in der DNA drin.

Zum Erfolgsrezept der Band gehört zu einem großen Teil die Wandelbarkeit des Sounds, der auch bei den Konzerten der Jungs deutlich wird. Sie sind musikalisch nicht festgelegt und experimentieren gerne mit anderen Stilrichtungen herum. Durch das Kommen und Gehen von einigen Bandmitgliedern gingen auch einige Gesangsstimmen verloren, was dazu führte, dass sich die Band auch immer wieder neu erfand.

So bunt wie unsere Mukke ist auch unser Publikum.

Trotz der Wandelbarkeit des Sounds bleibt ist die Musik von Culcha Candela vor allem eins: Gute Laune Musik, die zum Mittanzen und Mitsingen einlädt. Das steckt nicht nur das Publikum – die Jungs erzählen uns, dass ihre Musik ihnen auch an schlechten Tagen hilft, wieder gute Laune zu haben und sie bei Konzerten es genießen, zusammen mit ihrem Publikum zu feiern und eine gute Zeit zu erleben. Und so zieht die Musik ganz viele verschiedene Menschen an – ob Fans der ersten Stunde, Teenager oder die Oma mit ihrer Enkelin.

Wir wollten nie so Zeigefinger-Betroffenheits-Musik machen.

Die Jungs machen sich gegen rechten Terrorismus, Homophobie, Sexismus, Umweltverschmutzung und Ähnliches stark – jedoch wollen sie nicht die Moralapostel spielen. Den Jungs ist es wichtig, hinter ihren Werten und Ansichten zu stehen, jedoch glauben sie, dass zu ihren Songs tanzen kann und mitsingen im Vordergrund ihrer Musik steht.

Wir würden uns wünschen, wenn andere Menschen auch offen durch die Welt laufen.

Mit Unterstützung des Teams Backstage/ Lauschig


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