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Dorau & Regener: „Die Liberalität hat keinen Scheitel.“

Backstage

Ehrlich, hautnah und noch ein bisschen verschwitzt – so mögen wir unsere Interviewpartner am liebsten. Backstage ist die Sendung für diejenigen, die nie genug von exklusiven Infos aus erster Hand und wilden Geschichten rund um Tourleben, Musikproduktion und Künstlerdasein bekommen können. Wir bitten Künstler aller Couleur zum Gespräch in die Backstage-Räume der Hannoverschen Clubs.

[019] Dorau & Regener: „Die Liberalität hat keinen Scheitel.“

Sven Regener & Andreas Dorau

Ein Montag im Mai. Im Pavillon Hannover findet am Abend eine Lesung von Andreas Dorau und Sven Regener unter dem Titel „Ärger mit der Unsterblichkeit“ statt. Das gleichnamige Buch, das einige Dutzend von Regener aufgeschriebene Erinnerungen Doraus aus der Zeit von den frühen 1980ern bis zum Jahr 2000 versammelt, ist kurz zuvor erschienen.

Andreas Doraus Karriere begann im Jahr 1981 mit der Veröffentlichung des Neue-Deutsche-Welle-Hits „Fred vom Jupiter“. In den Folgejahren experimentierte er unter anderem mit Samples und elektronischer Musik und wurde – ganz nebenbei – Zeuge von Aufstieg und Fall der Musikindustrie. Zwischendrin absolvierte Dorau ein Filmstudium und schrieb die Musik für „Manta – Der Film“. Ob sein Mitstreiter Sven Regener mittlerweile bekannter ist für sein musikalisches Schaffen mit Element of Crime oder seine Arbeit als Romanautor, unter anderem der „Herr Lehmann“-Trilogie, ist kaum zu sagen.


Ich bin Jahrgang ’85, habe also die Achtzigerjahre nicht bewusst miterlebt. Aus eurem Buch lese ich heraus, dass in dieser Zeit künstlerisch alles möglich war, gleichzeitig aber auch sehr viel Mist entstanden ist. Lässt sich das so zusammenfassen?

Dorau: Nein, eigentlich nicht. Also klar, Mist entsteht natürlich immer. Aber künstlerisch alles möglich? Ich würde vielleicht sagen, dass in den ersten zwei Jahren der Achtziger und auch der Neunziger – zu Beginn der Ravezeiten also – zwar eine gewisse Aufbruchsstimmung herrschte. Die restlichen acht Jahre der jeweiligen Jahrzehnte war aber nicht alles möglich.

Regener: Manchmal ist es, als ob sich eine neue Tür öffnet. Dann gehen die Leute raus, sehen all diese verrückten Künstler und denken: „Wenn die das können, kann ich das auch.“ Ich stimme Sven zu, das war vielleicht zwei, drei Jahre lang so. Los ging es damals mit dem Punkrock, als eine junge Musiker-Generation die Rockmusik neu erfand. Es herrschte sehr viel Experimentierfreude in dieser Zeit. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich einmal ganz spontan kurz vor einem Auftritt noch als Trompeter mit auf die Bühne geholt wurde. Aber solche Phasen beruhigen sich nach einer Weile auch wieder, dann gerät alles eher zurück in eine Art Flussbett, das Abweichungen nicht mehr so zulässt.

Dorau: Allerdings war diese Aufbruchsstimmung nur innerhalb einzelner Subkulturen spürbar, etwa im Umfeld von Kunsthochschulen oder Musikkneipen. Von einer Aufbruchsstimmung in ganz Deutschland zu sprechen, wäre übertrieben.

Regener: Meinst du? 1983 habe ich mit Zatopek irgendwo in Dörverden gespielt.

Dorau: Ich weiß nicht mal, wo das ist.

Regener: Eben. Aber selbst dort gab es eine Kneipe oder einen Club, wo man auftreten konnte. Es war absolut normal, dass man Konzerte veranstalten musste, um so einen Laden am Laufen zu halten. Dann kamen die Leute, das Interesse an Musik war Anfang der Achtziger wahnsinnig groß. Deshalb konnte man alles Mögliche ausprobieren und es gab immer Menschen, die versucht haben, deine Musik zu verstehen und zu goutieren. Das war natürlich toll. Aber solche Zeiten wiederholen sich auch immer wieder, das war keine Besonderheit der Achtziger.

Regener: „Mit 16 Jahren ist mir doch scheißegal, was die Rolling Stones zu Zeiten meiner Geburt getrieben haben.“

Dorau: Ich bin der festen Überzeugung, dass der Mensch so gestrickt ist, dass es so etwas immer wieder geben wird. In den Fünzigern, Sechzigern oder Siebzigern gab es auch wiederholte Male diese Aufbruchsstimmung. Einige mögen sich eben nicht mit dem vorhandenen Mainstream abfinden. Diese Menschen raufen sich aus irgendeinem Grund zusammen und versuchen, etwas anderes zu machen.

Regener: Diese Leute entdecken Dinge für sich auch immer wieder neu. Natürlich kommen dann die Alten und beschweren sich, dass es das alles schon vorher gegeben hatte. „Das haben die Rolling Stones früher aber schon besser gemacht“, hieß es damals in den Anfangszeiten des Punkrocks.

Dorau: Ja, aber natürlich sind die Rolling Stones und Punkrock nicht das Gleiche.

Regener: Genau! Trotzdem müssen aber beide Seite verstehen, dass das erstens stimmt – ja, die Rolling Stones haben manches damals tatsächlich schon besser gemacht –, aber dass das zweitens absolut nichts zu bedeuten hat. Wenn ich nämlich 1977 gerade 16 Jahre alt bin, dann ist mir scheißegal, was die Rolling Stones zu Zeiten meiner Geburt getrieben haben.

Dorau: Das ist mir bis heute scheißegal.

Regener: Es ist völlig richtig so, dass es immer wieder junge Menschen gibt, denen egal ist, was es vorher schon einmal gegeben hatte. Das ist die Bedingung dafür, dass etwas Neues geschaffen werden kann. Selbst wenn man später kapiert und dann nicht so richtig wahrhaben möchte, dass auch das eigene Schaffen in einer gewissen Kontinuität gestanden hat.

Meine Eingangsfrage war so provokant gestellt, weil in einem Kapitel des Buchs die Achtziger als Scheußlichkeit insgesamt bezeichnet werden.

Dorau: Ja, aber eigentlich erst ab Mitte der Achtziger.

Regener: Also entschuldige mal! Auch die zweite Phase der Neuen Deutschen Welle Anfang der Achtziger war schon scheußlich.

Dorau: Stimmt, ja. Hubert Kah sah scheußlich aus.

Regener: Ach, du immer mit deinem Hubert Kah! Da gab es auch noch ein paar andere.

Dorau: Gut, die Gruppe Kiz sah auch scheußlich aus. Und den Look von Frl. Menke fand ich auch nicht dolle.

Regener: Es mochte eben nicht jeder die Bärchen und die Milchbubis. Die waren echt seltsam, als ich die ’82 auf einem Festival in Sulingen gesehen habe. Aber irgendwie auch lustig.

Dorau: Man muss auch mal damit aufräumen, dass alles aus dem Underground immer gut und dass alles, was Platten verkauft hat, böse war. Es gab diverse sehr experimentelle Zickzack– und Underground-Gruppen zu Beginn der Neuen Deutschen Welle, deren Auftreten und Musik ich mehr als schrecklich fand. Man darf das nicht schwarz/weiß sehen. Nicht jeder, der verkauft, ist böse.

Regener: „Die Liberalität hat ein anderes Gesicht als das von Andreas Dorau.“

Regener: Man muss aber auch berücksichtigen, dass Andreas das damals aus einer ganz bestimmten Perspektive mitbekommen hat. Das wirkt sich natürlich darauf aus, wie er das alles heute noch bewertet.

Dorau: Also ich schildere ja nun keine vollkommen subjektive Wahrnehmung!

Regener: Man findet eben als Künstler ganz viel von dem, was andere machen, schlecht. Gerade Andreas kann da sehr hart sein. Man kann über ihn sagen, was man will, aber ultraliberal ist er nicht! Die Liberalität hat ein anderes Gesicht als das von Andreas Dorau.

Dorau: Das stimmt. Die hat keinen Scheitel.

Regener: Die Liberalität hat keinen Scheitel!

Ich fasse zusammen: Anfang der Achtziger Aufbruchsstimmung, Mitte der Achtziger wurde es scheußlich und Anfang der Neunziger ging alles wieder von vorne los.

Dorau: Ja, verkürzt kann man das so sagen. Für mich war das jedenfalls so.

Regener: Für Andreas war das so, ja. Die Entwicklung von Techno, die neuen technischen Möglichkeiten und eine hohe Aufmerksamkeit für elektronische Musik – das ermöglichte ihm, neue Wege zu gehen. Er kam ja selbst aus dieser Musikrichtung, nur zehn Jahre früher und damals noch unter anderen Vorzeichen.

Das scheint also ein sich wiederholender Zyklus zu sein. Im Buch berichtet ihr von luxuriösen Promogeschenken und protzigen Partys. Wiederholen sich auch diese Exzesse in der Musikbranche immer wieder?

Regener: Die Musikbranche funktioniert eben so, dass es für den einen oder anderen Künstler manchmal schlagartig von jetzt auf gleich wahnsinnig gut läuft. Gerade bei internationalen Stars kann man dieses Muster erkennen: Eben bist du noch ein armer Schlucker und praktisch über Nacht wirst du plötzlich zum Riesenstar. Natürlich führt das bei jungen Menschen zu exzessivem Verhalten – und das ist auch in Ordnung. Allerdings schrumpft der Markt, entsprechend sinkt auch die Zahl der Akteure, bei denen es sich genau so darstellt. In Deutschland kommt das deshalb kaum noch vor. Teilweise werden solche exzessiven Partys noch im Hip-Hop simuliert, mit der Realität hat das aber nicht mehr viel zu tun.

Dorau: Aber die Record-Release-Party von Lady Gaga ist bestimmt nicht ohne.

Regner: Okay, klar. Aber ich gehe davon aus, dass das nur simuliert wird, dass da virtuelle Exzesse quasi nachgespielt werden. Ich glaube jedenfalls, dass es so im deutschen Hip-Hop läuft.

Dorau: Bei einer klassischen Indie-Band gab und wird es diese Partys aber auch nie geben. Das gehört sich einfach nicht. Also klar, wir haben das schon alles mitbekommen. Wir waren ja Indie-Künstler und rutschten dann beim Polygramm-Label in diese Major-Welt hinein. Und das zu einer Zeit, in der die großen Plattenfirmen durch den Techno-Boom pervers viel Geld verdienten. Noch dazu kauften sich gerade alle ihre Schallplatten-Sammlungen noch mal als CDs nach. Das bekamen wir selbstverständlich im Positiven wie im Negativen zu spüren.

Regener: Das waren goldene Jahre. Nicht unbedingt für uns Künstler, aber für die Plattenfirmen lief es einfach sehr gut. Wobei wir hier immer über „die Plattenfirmen“ sprechen… Firmen sind ja keine handelnden Akteure, sondern bestehen aus einzelnen Leuten. Damals haben ja auch noch viel mehr Menschen für Plattenfirmen gearbeitet. Heute erzählen wir uns zwar nur noch die Geschichten von den Trotteln, aber das waren – und das darf man nicht vergessen – viele gute und lustige Leute, die hart gearbeitet haben und dafür gar nicht mal so gut bezahlt wurden. Dass die es dann wenigstens bei den Restaurantquittungen, Kneipenrechnungen und Champagnerbestellungen auf Firmenkosten krachen lassen haben, ist vor diesem Hintergrund irgendwie auch in Ordnung.

Viele der Erzählungen aus dem Buch beschäftigen sich mit einzelnen Personen und Firmen. Hat sich jemand gemeldet, weil er sich falsch dargestellt gefühlt hat?

Dorau: Bis jetzt nicht und ich hoffe, dabei bleibt es.

Regener: Kam nicht der Brief von dem einen…?

Dorau: Ja, aber darüber sprechen wir jetzt bitte nicht.

Regener: Achso, ich hatte den noch nicht gelesen. Naja, jedenfalls melden sich gelegentlich Leute, um die eine oder andere Sache richtigzustellen. Aber dabei geht es dann eher darum, dass man die gleichen Dinge manchmal nach der langen Zeit verschieden in Erinnerung hat.

Regener: „Sich eines Tages unverstanden zu fühlen, gehört zum Künstlerdasein einfach dazu.“

Dorau: Es war noch niemand dabei, der sauer auf uns war. Unser Anliegen mit dem Buch ist ja auch nicht, alte Rechnungen zu begleichen.

Regener: Nein, sauer war keiner. Ich kann mir vorstellen, dass ein paar Leute vielleicht sauer sind, weil sie im Buch nicht erwähnt werden. In dem Fall würde ich jetzt aber natürlich keinen Namen nennen. Das Buch hat ja auch einen ganz anderen Charakter als vergleichbare Erzählungen über diese Zeit. Moritz Reichelts „Glanz und Elend der Neuen Deutschen Welle“ zum Beispiel hat eher etwas Bitteres an sich.

Dorau: Allerdings hat er neulich auch gesagt, dass er das Buch so nicht mehr schreiben würde.

Regener: Ja, klar. Trotzdem hat das Buch einen bitteren Beigeschmack. Das ist einfach dem Wesen der Kulturindustrie geschuldet: Irgendwann geht es eben immer abwärts und es wird schwieriger. Sich eines Tages unverstanden zu fühlen, gehört zum Künstlerdasein einfach dazu. Das verleitet leicht zur Verbitterung, die sich unterschwellig in solchen Büchern niederschlägt. Wir haben beim Schreiben versucht, diesen Eindruck zu vermeiden.

Dorau: Es handelt sich bei dem Buch ja auch um eine Geschichtensammlung und nicht um eine Biographie. Hätten wir die Stationen meines Lebens chronologisch nacherzählt, wären wir nicht darum herumgekommen, von einigen Idioten zu berichten. Stattdessen haben wir uns aber eher gefragt, welche einzelnen Geschichten überhaupt interessant genug sind, erzählt zu werden.

Das bedeutet, dass rausgestrichen oder weggelassen wurde, was damals scheiße war?

Dorau: Nein, so kann man das auch nicht sagen. Wenn die Geschichte gut war, haben wir sie aufgeschrieben – egal, ob sie ein gutes oder böses Ende nimmt.

Regner: Diejenigen, die nicht so gut wegkommen, haben wir ja in der Regel nicht namentlich genannt. Es geht schließlich nicht darum, irgendjemanden einen unterzupuhlen, sondern darum, eine gute Geschichte zu erzählen.

Andreas, du hast beschrieben, wie heute junge Künstler praktisch über Nacht zum Weltstar werden. Heute kann man sich zuhause hinsetzen, irgendetwas produzieren und einfach direkt raushauen. Ihr musstet euch Anfang der Achtziger noch mühsam im Kulturbetrieb durchschlagen. Mal hypothetisch gefragt: Hättet ihr gerne getauscht oder seid ihr froh, diese ganze Reise gemacht zu haben.

Dorau: Ich würde sagen, dass wir schon damals DIY gemacht haben, soweit es eben möglich war. Aber ob ich heute ein reiner YouTube-Künstler wäre und meine Sachen nur noch online veröffentlichen würde? Keine Ahnung.

Dorau: „Samples als Realitätsersatz: Schwachsinn! Man sollte Samples als Samples einsetzen und nicht als Ersatz für reale Bläser oder reale Streicher.“

Regener: Im Prinzip ist das ja auch nur eine andere Form von Abhängigkeit, in der man eben auf bestimmte Mechanismen und technische Funktionen angewiesen ist. Jede Zeit hat ihre eigenen Voraussetzungen. Das hat uns damals letztendlich aber nicht daran gehindert, alles rauszuhauen, was wir raushauen wollten. Es ist ja nicht so, dass wir haufenweise Kram in der Schublade liegen hatten, weil wir ihn nicht veröffentlichen konnten. Ein Beispiel für DIY Anfang der Achtziger waren etwa diese Kassettenlabels, die es überall gab. Die hat man damals eben einfach selbst gemacht. Wenn man etwas veröffentlichen will, dann kriegt man das auch immer irgendwie hin. Abgesehen davon darf man allerdings auch eines nicht vergessen: So einfach ist es nun auch wieder nicht, zuhause Musikzumachen. Klar, elektronische Musik, die ja im Prinzip Keyboarder-Musik ist, ist noch relativ leicht zu produzieren. Schwieriger wird es schon bei Folk- und noch schwieriger bei Rock-Musik. Es hängt davon ab, was man machen will.

Dorau: Und einem Laptop-Künstler, der für eines seiner Stücke gerne Bläser hätte, dem wünsche ich viel Vergnügen. Das ist auch der Grund dafür, warum am Ende doch viele Künstler zu einer größeren Plattenfirma gehen. Das hat gar nicht mal so viel damit zu tun, dass sie scharf drauf sind, einen Vertrag mit einem bekannten Label zu unterschreiben. Sondern eher damit, dass sie für dieses und jenes Stück gerne echte Bläser hätten.

Regener: Letztendlich hängt es immer an der Frage, welchen Anspruch du an deine Musik hast. Abgesehen davon sind die Hörgewohnheiten mittlerweile so fortgeschritten, dass man mit seinen zuhause aufgenommenen Produktionen nur bis zu einem bestimmten Punkt kommt. Das sieht man auch an denjenigen, die versuchen, alles mit Samples zu machen. Das hält nicht lange vor. Ich habe einige gut gestaltete Platten von Kumpels, die viel mit Samples arbeiten. Denen ist aber gemein, dass sie alle etwas zu simulieren versuchen, bloß weil sie es sich anders nicht leisten könnten. In der Regel klingt das dann einfach nicht so gut.

Regener: „Das Kitschbild vom armen Schlucker aus dem Trailerpark, der mit diesem einen YouTube-Video zum Weltstar und Millionär wird, ist mit Vorsicht zu genießen. Genauso wie jede andere Promotion-Legende, die man diesen Journalisten erzählt, die eh jeden Scheiß glauben.“

Dorau: Samples als Realitätsersatz: Schwachsinn! Man sollte Samples als Samples einsetzen und nicht als Ersatz für reale Bläser oder reale Streicher. Und genau deshalb gehen Leute zu größeren Labels: weil das Budget, das Equipment, die eigenen Verbreitungskanäle nicht mehr ausreichen.

Regener: Was hat man denn schon für Verbreitungskanäle? Man darf nicht vergessen, dass an der ganzen Onlinevermarktung Rattenschwänze von Promo-Agenturen hängen. Gerade im Internet wird wahnsinnig viel professionelles Marketing gemacht, das kostet Geld. Das Kitschbild vom armen Schlucker aus dem Trailerpark, der mit diesem einen YouTube-Video zum Weltstar und Millionär wird, ist mit Vorsicht zu genießen. Genauso wie jede andere Promotion-Legende, die man diesen Journalisten erzählt, die eh jeden Scheiß glauben. Wenn man sich solche Fälle von vor einigen Jahren mal ansieht, erkennt man auch dahinter nur eine ausgebuffte Form von Marketing, die schließlich wie jeder andere Hype zur selbsterfüllenden Prophezeiung wurde.


Interview & Schnitt: Matthias Holz / Text: Nicolas Schabram


Cover: Dad Rocks! von nuncafe (CC BY-NC 2.0)

Diese Episode wurde veröffentlicht unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland (CC BY 3.0 DE).


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