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Blowin’ The Horn

Jazz Kicks

„Jazz is not dead, it just smells funny“, beschrieb Frank Zappa einen spießigen Jazz-Mief, den Niels nun mit wahlweise Tee, Rotwein oder Bourbon abzuspülen versucht. Von Davis bis Jarrett, mal lässig, mal anspruchsvoll, zwischen Füße hochlegen und Augenbraue hochziehen; Die Jazz Kicks zeigen, dass Jazz nicht nur etwas für Schöngeister, sondern auch für den studentischen Wochenendausklang ist.

[003] Blowin’ The Horn

Wie der studentische Kühlschrank ohne Ketchup. Wie die NASA ohne Apollo 11. Wie Tetris ohne Ton. Wie Ernest Hemingway ohne Vollbart. Wie Sendung-mit-der-Maus-Christoph ohne mintgrünen Pulli.
So wäre der Jazz ohne das Saxophon. Oder das Saxophon ohne den Jazz. Das eine kann nicht ohne den anderen. Ohne diese innige Beziehung stünden beide nicht dort, wo sie heute sind. Der Jazz wäre bloß Bigband-Gewurstel und das Saxophon bliese nur zweimal im Jahr zum Grünkohl-Schmaus im verschlafenen Schützenverein. Doch dank ihrer kongenialen Symbiose können Jazz und Saxophon glücklicherweise weit hörenswertere Referenzen in ihren Lebensläufen aufweisen: Da sind selbstzerstörerische Virtuosen wie Charlie Parker und genialische Visionäre wie John Coltrane. Da sind Mythen über die Geburtsstunde des Bebop, da sind Erzählungen vom Sax-Battle Rollins vs. Marsalis. Auch traurige Erinnerungen an Michael Brecker finden sich, aber ebenso die legendären Live-Auftritte des immer gut gelaunten Cannonball Adderley.

Diese bewegte Geschichte des Saxophons und seiner Spieler erkundet Niels im zweiten Teil der Jazz-Kicks-Instrumentenserie. Ach, und wo ihm von links schon zusammengeknüllte Satin-Taschentücher an den Kopf geworfen werden: Ja, ihr Jazz-Puristen, vielleicht hätte es den Bebop auch ohne das Saxophon gegeben, ja, mit der Trompete wäre man schon weiter gekommen. Aber ohne das Saxophon hätte es weder Parker noch Coltrane noch Rollins noch Marsalis, geschweige denn irgendeine ihrer herausragenden Jazz-Aufnahmen gegeben. Und die würden dieser Jazz-Kicks-Episode so bitter fehlen wie Niels der Ketchup für sein tägliches Abendessen.
Und so liefert er in dieser Ausgabe eine deliziöse Melange aus Saxophon-Klassikern und -Geheimtipps, die weit über Swing hinausgehen und schon gar nichts mit Marschmusik zu tun haben. Damit zumindest an diesem Sonntagabend der unkultivierte Ketchup aus dem Abendmenü verschwindet.

Playlist zur Sendung

Die Playlist enthält nur die gespielten Songs, die auch bei Spotify verfügbar sind.

Kommentare (1)

Fridasmilla
16.48 Uhr
30. Dezember 2014

Macht viel Spaß diese “unbeabsichtigte” Sendereihe zu verfolgen. Toll die unterschiedlichen covers von alten Standards zu hören! Unverzichtbare Klangfarbe für ernst.fm, ernsthaft!