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Friday Night Jamboree: mit Chloé, Fever Ray, KiNK u.v.m.

FNJ Sendungen

Friday Night Jamborees Herzstück ist die einstündige Musiksendung, welche im zweiwöchentlichen Rhythmus jeweils am Freitagabend um 20 Uhr gestreamt wird. Ausführliche Plattenbesprechungen und Zusatzinformationen zu den Veröffentlichungen sind in den Sendungsbeiträgen abrufbar.

[021] Friday Night Jamboree: mit Chloé, Fever Ray, KiNK u.v.m.

Die 21. Friday Night Jamboree Episode ist deutlich düsterer und dunkler als gewohnt. Im Programm sind unter anderem John Maus mit ‘Touchdown’, DJ Tennis ‘Certain Angles’ mit Fink im The/Das Remix sowie Amp Fiddler mit ‘I’m Feeling You’.


Um die Stücke aus der Sendung erneut hören zu können, wurde am Ende des Beitrags eine Spotify-Playlist mit den dort vorhandenen Songs eingebettet, welche nach der Ausstrahlung erscheint. Die restlichen Stücke können über die Links in den Reviews abgerufen werden. Am Ende des Beitrags findet ihr zusätzliche Links über uns, die Friday Night Jamboree SoundCloud-Seite sowie die Friday Night Jamboree Facebook-Seite!


Chloé Endless Revisions (Lumière Noire)

Endless Revisions heißt das mittlerweile dritte Studioalbum der Pariserin Chloé Thévenin und reicht deutlich weiter als der technoide Clubkosmos, in welchem sie sich als DJ ebenfalls aufhält. Seit ihrer ersten Veröffentlichung Erosoft aus dem Jahr 2002 arbeitet Thévenin Stück für Stück an ihrem Anspruch, vielmehr Songs mit einer Geschichte zu produzieren, statt sich auf Tools für die Tanzfläche zu konzentrieren. Es sind daher weniger die Mikro-House Stücke wie ‘The Dawn’ oder ‘The Ultimate High’, welche zweifelsohne hochkarätig sind, aber nicht den Unterschied ausmachen, sondern eher ‘Outer Space’ oder ‘Dune’ mit ihrem gewissen Hang zum dramatischen Understatement. Ästhetik über Funktionalität, Minimalismus gepaart mit filmmusikalischen Ansätzen. Eine Ode an die Melancholie.

Veröffentlichung: 27. Oktober 2017

Format: 12″, CD und digital


Fever RayPlunge (Rabid)

Karin Dreijer Andersson aus Stockholm, besser bekannt als Fever Ray und The Knife-Mitglied, hat ihr neues Album Plunge veröffentlicht. Nach der Auflösung von The Knife muss man zugeben, dass das Album eher an diese Zeit anschließt, als an das vielfach ausgezeichnete und gefeierte Solo-Debüt aus dem Jahr 2009. Achtziger-Synthesizer, verqueerte Popmusik und die typisch gepitchte Stimme, alles Markenzeichen des gemeinsamen Projekts mit ihrem Bruder Olof Dreijer, stehen wieder im Vordergrund. Eine Abkehr vom oftmals dystopischen und kalten Sounddesign von Fever Ray sind nun Dreh- und Angelpunkt des Gesamtkonzeptes. „I wanna love you but you’re not making it easy”, eine Einstiegszeile so bezeichnend und aussagekräftig wie nur irgend möglich. Keine leichte Kost, aber eine die sich lohnt, ein zweites und auch drittes Mal in Augenschein genommen zu werden.

Veröffentlichung: 27. Oktober 2017

Format: 12″, CD und digital



 

John Maus – Screen Memories (Ribbon)

Ein humorvolles Songwriting sowie eine gewisse Anmut im Umgang mit unterschiedlichen Instrumenten machen John Maus viertes Album Screen Memories zu einer wahrhaften Mini-Utopie in Retro-Ästhetik, auf die nicht nur Arthur Russel durchaus stolz wäre. Es ist weniger Lo-Fi sondern vielmehr eine Synthese aus Glamrock, Wave und Postpunk, welche das Album in einem besonderen Licht glitzern lässt und aus Maus eigenem Studio in Minnesota in die Welt getragen wird. Die Zeile „Forward drive, across the line“ aus ‘Touchdown’, angelehnt an die Football-Lexik, kann sinnbildlich für das gesamte Album verstanden werden, denn obwohl sich der Sound auf der einen Seite rückwärtsgewandt anfühlt, so ist er auf der anderen Seite doch futuristisch und frisch. Einen Spagat, den nicht viele hinbekommen.

Veröffentlichung: 26. Oktober 2017

Format: 12″, CD und digital



 

Amp FiddlerAmp Dog Knights (Mahogani)

Amp Fiddlers neues Album Amp Dog Knights wirkt zwar etwas aus der Zeit gefallen, dies macht es jedoch in keinster Weise zu einem weniger hochwertigen Langspieler. Nachdem Moodyman bereits 2002 ‘Superficial’ geremixt hat, hat dieser das Album auf seinem Label Mahogani gesignt, ist ebenfalls selbst vertreten und schließt damit einen weit zurückreichenden Kreis. Eine ordentliche Platte mit Nu Soul, Hip Hop und House Elementen, zumeist geprägt durch eine zurückgelehnte Stimmung mit viel Gefühl und einer verqualmten Baratmosphäre. Anspieltipps sind ‘I’m Feeling You’, ‘I Get Moody Sometimes’ und ‘No Politics’. Move on with the groove!

Veröffentlichung: 10. November 2017

Format: 12″ und digital



 

Nebraska Metaphor To The Floor (Heist)

Alistair Gibbs nimmt sich eine kleine Auszeit von seinem eigenen Label Friends & Relations, unternimmt einen Abstecher zum von ihm sympatisierten Label Heist und liefert erneut Gold für die Tanzfläche ab. Vor allem der Opener ‘Affirmation’ hat es in sich, ein positiver Song mit aufgebauschten Disco-House-Elementen, ideal geeignet als Soundtrack für einen Segelflug. ‘Agilo E Olio’ ist hingegen deeper und treibt den Groove mit einer elastischen Bassline kompromisslos voran. Zusätzlich ist ein Remix von Laurence Guy sowie das Stück ‘Big Plate Chicken’ auf der EP enthalten.

Veröffentlichung: 13. November 2017

Format: 12″ und digital



 

KiNK Playground (Running Back)

Strahil Velchev alias KiNK ist einer der produktivsten Produzenten der Szene, im letzten Jahr wurde er schließlich von den Resident Advisor-Mitgliedern verdienterweise zum besten Live-Act 2016 gewählt. Nachdem er vor zwei Jahren seinen Überhit ‘Cloud Generator’ auf Gerd Jansons Running Back veröffentlichte, lag nun der Schritt nah, ebenfalls ein Album auf dem vielseitigen Label beizusteuern. Der Titel Playground hält das, was er verspricht. Ein ausgetüfteltes Konglomerat zwölf unterschiedlichster Stücke. stets mit der typischen KiNK-Note. Mal etwas breakiger wie bei ‘Samodiva’, mal kompromisslos wie bei ‘Five’ oder verspielt dubbig wie bei ‘Pieter Plet Plete’, Velchev erschafft sein eigenes Klangparadies für Erwachsene. Wenn Maschine sprechen könnten…

Veröffentlichung: 02. November 2017

Format: 12″, CD und digital



 

DJ TennisCertain Angles (!K7)

Der Life And Death-Gründer DJ Tennis veröffentlichte bereits Mitte Juli seine DJ-Kicks Mix-Compilation auf dem prestigeträchtigen Label !K7 aus Berlin. Der Italiener hat sich natürlich nicht lumpen lassen und eine handvoll exklusive Songs auf der Veröffentlichung untergebracht. Das nun erscheinende Stück ‘Certain Angles’ ist eines davon und kommt in einem Paket mit Remixen von The/Das, Opus 3000, Lee Jones sowie Mentrix. Vor allem Finks typisch einnehmende und hypnotisierende Stimme trägt zu einem intimen Stimmungsbild und einer inneren Abschottung im positiven Sinn bei. Die behutsame Bassline und die vereinzelten melancholisch wirkenden Pianochords bringen darüber hinaus einen majestätischen Vibe in die Produktion. Weniger ein funktionaler Clubtrack sondern vielmehr ein richtiger Song, ideal geeignet für den romantischen Moment auf der nächtlichen Tanzfläche.

Veröffentlichung: 27. Oktober 2017

Format: 12″ und digital


2RaumwohnungSomebody Lonely And Me (Remixes) (All Saints)

Das Berliner Duo 2Raumwohnung ist zurück – und wie! Inga Humpe und ihr Lebensgefährte Tommi Eckart hatten ihre Hochphase in den früher 00er Jahren aufgrund ihrer unwiderstehlichen Elektro-Pop-Stücke. Mit ihrem neuen Album Nacht Und Tag knüpfen sie nahtlos an den alten Erfolg an, auch wenn sich das Soundbild etwas gewandelt hat und reifer geworden ist. Somebody Lonely And Me ist die erste Auskopplung und beinhaltet zwei absolut hochkarätige Produzenten. Zum einen den Hamburger Majestro DJ Koze, den rastlosen Tüftler und exzessiven DJ Ricardo Villalobos sowie den in Berlin lebenden Chi Thanh. Während letzterer mit einer Tanzflächenproduktion im Crosstown Rebels-Sound punkten kann, besticht DJ Koze in typischer Manier mit einer trippigen und weirden Neuinterpretation. Villalobos setzt ebenfalls zum Höhenflug an und liefert einen seiner besten Remixe der letzten Zeit ab. Schnalzende Hi-Hats, zurückweichend arrangierte Vocals und ein stotternder Synthesizer werden in ein Minimal-Gewand gekleidet und am besten auf dem Nachtdigital wieder freigelassen.

Veröffentlichung: 17. März 2017

Format: 12″ und digital


Pearl City Flames (Believe)

Elektronische Pop-Musik im Balladenstil scheint momentan in einem großen Überfluss vorzukommen, nichtsdestotrotz sticht die Debüt-Single Flames von Pearl City aus Manchester aus dem Einheitsbrei heraus wie eine Oase in der Wüste. Getinkert aus eine Reihe von Fieldrecordings, obskuren Instrumenten wie der Guzheng oder der Steeldrum sowie Drum Machines und düsteren Synthesizern fühlt es sich an wie eine Atempause in der ansonsten politisch und industriell niedergedrückten Welt und ist gleichzeitig ein Ausrufezeichen in Richtung der Mächtigen. Avant-Pop irgendwo zwischen Arca und Bjørk, gepresst in einen Kosmos, den Greta und Nick bedenkenlos als ihren eigenen ansehen können.

Veröffentlichung: 13. Oktober 2017

Format: digital


Die Facebook-Seite bündelt alle Informationen:
http://www.facebook.com/fridaynightjamboree

Auf der SoundCloud-Seite existiert zusätzliches Material:
http://soundcloud.com/fridaynightjamboree

Die SoundCloud-Profile:
Lynden: http://soundcloud.com/lyndenlynden
Henry Schwarz: http://soundcloud.com/henryschwarz
Janus: http://soundcloud.com/jannisdamitz


Kuration: Tim Schulze und Henry Schwarz
Moderation: Tim Schulze
Produktion: Henry Schwarz
Text: Tim Schulze

Playlist zur Sendung

Die Playlist enthält nur die gespielten Songs, die auch bei Spotify verfügbar sind.

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