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Jugend spielt für Jugend: Radioballett in der Fußgängerzone

Stadtaktion
Radioballett in der Fußgängerzone
am 12. Juni um 16:30 Uhr /
Treffpunkt im Kassenfoyer Schauspielhaus, Prinzenstraße 9

Enercity & Schauspielhaus

Die Künstlergruppe LIGNA lädt in die Hannoveraner Innenstadt ein, um die Frage zu beantworten, was passiert, wenn eine neue, unkontrollierbare Situation das Alltagsleben in der Konsumzone rund um den Kröpcke anomalisiert.

In der Konsumzone sind alle Gesten und Bewegungen konform. Passanten bummeln durch die Straßen, Konsumenten kaufen Waren und Leute betteln am Rand. Ein Schauspiel ohne Regisseur und Zuschauer vor der Kulisse prachtvoller Schaufenster. Selbst vereinzelte Abweichungen vom konformen Verhalten erscheinen als bestätigende Ausnahmen von der Regel. Was aber passiert, wenn die Abweichungen massenhaft werden? Wenn die anomale Geste zur Regel und die normale Geste zur Ausnahme wird?

Am 12. Juni um 17.00 Uhr wird auf Ernst.FM ein Programm gesendet, in dem Vorschläge für Übungen in abweichendem Verhalten gemacht werden. Die Hörer/innen sind aufgerufen, dieses Programm auf dem Handy in den Fußgängerzonen rund um den Kröpcke zu hören. Das Radioballett ermöglicht die Veränderung des Alltagslebens mitten im Alltag. Je mehr Hörer/innen zerstreut über die Konsumzone von der Norm abweichende Gesten durchführen, desto wirksamer wird die Anomalisierung des Alltagslebens sein.

Das Radioballett ist eine Stadtaktion im Rahmen des Festivals Jugend spielt für Jugend zum Mitmachen. Die einzige Voraussetzung ist ein internetfähiges Handy.


LIGNA ist eine bekannte Hamburger Radiokünstlergruppe, die seit Jahren mit ihren Radioformaten neue innovative Kunstformate entwickelt und durch Kunstaktionen wie das Radioballett im Hamburger Hauptbahnhof für Furore sorgt. LIGNA besteht aus den Medien- und Performance-Künstlern Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen.

LIGNAS Arbeiten entwickeln unterschiedliche Modelle des Mediengebrauchs: Im Radioballett (2002) bekommen die Hörer/innen in ehemals öffentlichen, inzwischen privatisierten und kontrollierten Orten wie Hauptbahnhöfen oder Shopping Malls eine Choreografie der verbotenen und ausgeschlossenen Gesten zu hören. Performances wie Der Neue Mensch (2008) oder Ödipus (2010) untersuchen das Theater selbst als einen Ort, in dem Subjektivität produziert wird. Aktuellere Arbeiten wie Die letzte Kommune oder Secret Radio (beide 2014) laden die Teilnehmer/innen zu einem komplexen Spiel im öffentlichen Raum ein, dessen Regeln sich erst allmählich enthüllen.

Workshop mit LIGNA für Jugendliche zur Vorbereitung des Radioballetts:
18. – 21. Mai 2015, jeweils ab 16:00 Uhr,
Anmeldung unter info@jugendspieltfuerjugend.de


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